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Studie „Heizen 2020“ von VdZ und ZVSHK: Nutzerverhalten widerspricht Normannahme

Gemeinsam mit dem Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik e.V. (VdZ) hat der Zentralverband für Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) eine neue Studie zum Heizverhalten veröffentlicht. Mittlerweile haben die Ergebnisse des Forschungsprojekts Eingang in die Normierungsgremien gefunden. Einen besonderen Fokus legt die Studie auf sogenannte Rebound-Effekte nach einer erfolgten energetischen Sanierung.

Die Rebound-Effekte entstehen beispielsweise nach einer energetischen Gebäudesanierung, wenn Energiegewinne, die durch eine Verbesserung von Gebäudehülle oder -technik durch ein nach höherem Komfort strebenden Nutzungsverhalten aufgefressen werden. Der gleiche Effekt entstehe aber auch, wenn bei der Planung der Heizungsauslegung von zu niedrigen Heizbedürfnissen ausgegangen wird.

Eine Diskrepanz zwischen real gemessenen Raumtemperaturen mit abgefragten Wunschtemperaturen hat die Studie ermittelt. Die genormte Standardtemperatur liegt laut DIN 18599 bei 19°C, am wohlsten fühlen sich die Nutzer laut Matthias Wagnitz, Referent für Energie- und Wärmetechnik beim ZVSHK, bei 23°C. Auf diese Temperatur regeln Nutzer ihr Heizungen, wenn sie es sich leisten können und wenn die Anlage es auch hergibt, was nicht selten erst nach der Sanierung der Fall ist.

Wagnitz schlägt eine Anhebung der Normtemperatur vor, um bei der Auslegung der Heizlast in Sanierung und Neubau eine größere Sicherheit zu erlangen, die Heizung möglichst effizient betreiben zu können. Zudem ergebe eine Anhebung der Normtemperatur auch ein genaueres Ergebnis bei der Berechnung eines Energieausweises, der als Bedarfsausweis berechnet wird.

Mittlerweile sei die Debatte auch in den Normierungsgremien angekommen, für die DIN 18955 soll das Thema der zugrunde gelegten Normtemperaturen neu diskutiert werden.