Berliner ImpulsE

PIK: Klimawandel steigert Hochwasserrisiko in allen Teilen der Welt

Die globale Erderwärmung ändert die Regenfälle und birgt somit ein gesteigertes Risiko für Überschwemmungen in allen Teilen der Erde. In einer neuen Studie hat das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) nun berechnet, welche Folgen die zu erwartenden Hochwasserereignisse haben werden und welche Gegenmaßnahmen weltweit ergriffen werden müssen. Demnach könnten ohne entsprechende Vorkehrungen bis 2040 über 200 Mio. Menschen von den stärksten zehn Prozent der Hochwasserereignisse betroffen sein.

In weiten Teilen der Welt seien zunehmend Millionen von Menschen vom Risiko umfangreicher Überschwemmungen betroffen, wenn nicht Maßnahmen zum Schutz ergriffen würden. Ohne einen weiteren Deichausbau, verbessertes Flussmanagement, Veränderung von Baustandards oder Verlagerung von Siedlungen könnten in Nordamerika bis 2040 rund eine Mio., in Deutschland etwa 700.000 Personen betroffen sein, rund 7-10 mal mehr als noch gegenwärtig. In Südamerika könnten die Zahlen 2040 bei 12 Mio., in Afrika bei 34 Mio. und in Asien bei gar 156 Mio. Menschen liegen.

Die Untersuchung basiert auf Computersimulationen, die zwar über Daten über jeden Fluss in den entlegensten Winkeln des Planeten in höchster Präzision verfügen. Daten liegen aber hinreichend gut vor für alle Gewässer, an denen viele Menschen leben, wo hohe finanzielle Werte gebunden und wo das Hochwasserrisiko erheblich sei. Hinzu kommen Daten zur Veränderungen von Niederschlägen, Verdunstung und Wasserkreisläufen.

Überraschend für die Wissenschaftler ist aber vor allem der hohe Anpassungsbedarf an den Hochwasserschutz in hoch entwickelten Ländern mit guter Infrastruktur. Dort müsse trotz eines recht guten Schutzniveaus viel getan werden, um den Standard aufrecht zu erhalten und zu verhindern, dass Menschen aufgrund von Überschwemmungen tatsächlich ihre Häuser verlassen müssen.

Frühes Handeln ist wichtig, denn: „Wenn wir allerdings die vom Menschen verursachte Erwärmung nicht auf deutlich unter zwei Grad Celsius begrenzen, dann werden bis zum Ende unseres Jahrhunderts die Hochwasserrisiken vielerorts in einem solchen Maße ansteigen, dass Anpassung schwierig wird", erklärt Anders Levermann, Leiter der globalen Anpassungsforschung am PIK.