Berliner ImpulsE

Agora Energiewende fordert Umdenken bei Abgaben und Umlagen auf Energie

Die Grundlagenstudie zum gegenwärtigen System von Abgaben und Umlagen auf Energiepreise im Auftrag von Agora Energiewende zeigt auf, dass in Deutschland eine große Unwucht zugunsten klimaschädlicher Energie besteht.

So betragen Steuern, Abgaben, Entgelte und Umlagen auf eine kWh bei Heizöl 0,6 Cent, bei Erdgas 2,2 Cent, bei Diesel 4,7 Cent, bei Benzin 7,3 Cent und beim Strom 18,7 Cent. Die staatlichen Aufschläge beim Strom übersteigen damit die Steuern auf Heizöl um mehr als das 30-fache, obwohl Strom durch den steigenden Anteil erneuerbarer Energien immer sauberer wird, kritisiert der Thinktank. Die fossilen Energieträger bleiben hingegen klimaschädlich und günstig.

Die Studie zeigt Lösungsansätze auf, damit die Aufschläge mehr Klimaschutz bewirken. Dazu gehört unter anderem, einen Teil der EEG-Umlage in den Bundeshaushalt oder in einen Fonds zu verlagern. So könnten die Stromverbraucherinnen und Stromverbraucher von den Kosten für die Technologieentwicklung der Photovoltaik und der Offshore-Windkraft oder von den EEG-Ausnahmen für die Industrie entlastet werden.

Zudem könnten Abgaben auf Heizöl, Erdgas und Kraftstoffe künftig entsprechend der Klimaschädlichkeit dieser Energieträger erhoben werden.

Um einen bestmöglichen Ausgleich von Angebot und Nachfrage zu erreichen, könnte die Höhe der Abgaben und Umlagen mit den Börsenstrompreisen variiert werden, damit die Preissignale deutlicher bei den Stromverbrauchern ankommen. Alternativ könnten, etwa für die Netznutzung, Grundpreise eingeführt beziehungsweise gestärkt werden.