Berliner ImpulsE

Sanierte Einzelheizungen sind besser als Wärmenetze

Eine Studie zur Wärmeversorgung von Wohngebäuden kommt zu dem Ergebnis, dass sich mit sanierten Einzelheizungen die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung günstiger erreichen lassen als mit Nah- und Fernwärmenetzen. Zugleich ist die Fernwärme für die Verbraucher in der Regel mit höheren Heizkosten verbunden.

Die Studie vergleicht beide Formen der Gebäudebeheizung. Sie wurde vom Institut für Technische Gebäudeausrüstung Dresden Forschung und Anwendung (ITG) sowie dem Fachgebiet Immobilienwirtschaft und Baubetriebswirtschaftslehre an der TU Darmstadt im Auftrag verschiedener Institutionen und Verbände des deutschen Wärmemarkts erstellt.

Nach Einschätzung der Autoren ist eine generelle, politische Bevorzugung von Wärmenetzen daher nicht gerechtfertigt. Deren Ausbau wird derzeit jährlich mit 250 Mio. Euro gefördert. Bezogen auf den deutschen Gebäudebestand ist er jedoch weder aus Sicht des Klimaschutzes noch aus finanziellen Erwägungen eine massentaugliche Lösung.

Gesamtwirtschaftlich betrachtet wäre die netzgebundene Wärmeversorgung aller Bestandsgebäude über einen Zeitraum von 20 Jahren um 250 Mrd. Euro teurer als bei einer Erneuerung durch dezentrale Heizungen. Auch im Neubau sind dezentrale Heizungen laut Studie in der Regel günstiger.
In Anbetracht eines begrenzten Investitionsvolumens könnten durch die Modernisierung von Einzelheizungen in der Regel auch mehr CO2-Emissionen eingespart werden als mit dem Einsatz von Wärmenetzen.