Berliner ImpulsE

26.11.19 Nachricht Energie- und Klimapolitik Bund

Gemeinsamer Bericht von BMU und UBA

Alarmierende Folgen des Klimawandels in Deutschland belegt

Auch in Deutschland werden die Folgen der globalen Erderwärmung spürbarer und lassen sich immer besser belegen. Zu diesem Ergebnis kommen das Bundesumweltministerium (BMU) und das Umweltbundesamt (UBA) im zweiten Monitoringbericht zur deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel.

So hat sich die mittlere Lufttemperatur in Deutschland von 1881 bis 2018 um 1,5 Grad erhöht, davon allein in den letzten fünf Jahren um 0,3 Grad. Die Folgen sind unter anderem höhere Gesundheitsrisiken durch die Hitzebelastung, ein Anstieg der mittleren Oberflächentemperatur der Nordsee sowie stärkere Ertragsschwankungen in der Landwirtschaft.

Die Anzahl „Heißer Tage“, an denen die Temperaturen über 30°C steigen, ist seit 1951 von etwa drei auf derzeit etwa zehn Tage pro Jahr gestiegen. Im Jahr 2003 sind 7.500 Menschen mehr gestorben als ohne Hitzeperiode zu erwarten gewesen wäre. In den Jahren 2006 und 2015 gab es jeweils 6.000 zusätzliche Todesfälle.

Zugenommen hat in den letzten zehn Jahren auch das Problem niedriger Grundwasserstände. Dies führt teils bereits zu Problemen mit der Trinkwasserversorgung, beeinträchtigt die Ökosysteme, führt zu eingeschränkter Schifffahrt und gefährdet die Versorgung von Kraftwerken und Industrie mit Kühlwasser.

In der Landwirtschaft verursachten Hitze und Trockenheit 2018 Schäden in Höhe von 700 Mio. Euro. Jahres- und Vegetationszeiten verschieben sich, Tier- und Pflanzenarten aus wärmeren Erdregionen breiten sich aus. Dies kann bislang in Deutschland nicht auftretende Krankheiten wie Chikungaya- oder Dengue-Fieber verbreiten.

Auch Straßen, Häfen oder Wasserwege werden vor allem durch extreme Wetterereignisse wie Stürme und Starkregen geschädigt. Im Jahr 2018 entstanden zum Beispiel an Häusern, Kraftfahrzeugen, Hausrat, Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft Versicherungsschäden in Höhe von etwa 3,1 Mrd. Euro.

Verbraucherschützer kritisieren Klimapaket 

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hält das Klimapaket der Bundesregierung weder für klimawirksam noch für kostengerecht. Es gebe keine adäquate Antwort darauf, dass sich die Temperatur in Deutschland laut aktuellem Monitoringbericht der Bundesregierung seit 1881 bereits um 1,5 Grad erhöht hat. 

Darüber hinaus kritisiert der vzbv die geplanten Ausgleichsmaßnahmen für die CO2-Bepreisung. Es gibt keinen Klimascheck als direkte Rückerstattung für die Haushalte und die Senkung der Strompreise durch eine Reduzierung der EEG-Umlage ist völlig unzureichend, so die Verbraucherschützer. Lediglich die geplante Mobilitätsprämie und die Senkung der Bahnmehrwertsteuer werde auch Geringverdiener entlasten.

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