Berliner ImpulsE

15.10.18 Nachricht Energie- und Klimapolitik Bund

Förderkosten erneuerbarer Energien

EEG-Umlage sinkt, geförderte Strommenge steigt

Die deutschen Übertragungsnetzbetreiber senken die EEG-Umlage im kommenden Jahr um knapp sechs Prozent auf 6,405 Cent/kWh. Damit ist sie seit 2014 relativ stabil, obwohl die geförderte Strommenge in dieser Zeit um 50 Prozent zugenommen hat.

Mit der Umstellung auf Wettbewerb und Ausschreibungen sind die Förderkosten für neue Erneuerbare-Energien-Anlagen günstig geworden, was laut Bundesnetzagentur zum Rückgang der EEG-Umlage beiträgt. Ein weiterer dämpfender Effekt ist ein hoher Stand des EEG-Umlagekontos. Er betrug zum Stichtag 30. September 3,65 Mrd. Euro. 

Für das Jahr 2019 rechnen die Übertragungsnetzbetreiber mit einem weiteren Zubau von Erneuerbare-Energien-Anlagen in Höhe von knapp sechs GW. Die erwartete Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien steigt auf 217 TWh. 

Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) plädiert für systemische Korrekturen am Abgaben-, Steuern- und Umlagensystem, wodurch die EEG-Umlage weiter sinken würde. Unter anderem sollte die konventionelle Stromerzeugung – in Ergänzung zum Europäischen Emissionshandel – mit einer nationalen CO₂-Steuer oder einem CO₂-Mindestpreis belegt und gleichzeitig die Stromsteuer auf das Mindestmaß reduziert werden. Die Finanzierung der Besonderen Ausgleichsregelung soll zudem nicht über die Stromkunden, sondern über den Bundeshaushalt erfolgen. 

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) kritisiert, dass trotz sinkender EEG-Umlage keine Entlastung bei den Strompreisen zu erwarten ist. Preistreiber seien die deutlich gestiegenen Kosten für die Beschaffung von Strom sowie die Steuer- und Abgabenlast insgesamt.

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