Berliner ImpulsE

31.10.19 Nachricht Forschung & Innovationen

Energiewende

Studie zum kostengünstigen Umbau des Energiesystems

Das Forschungszentrum (FZ) Jülich skizziert in einer neuen Studie effiziente und wirtschaftliche Wege zu einem klimaneutralen Energiesystem. Es stützt sich dabei auf detaillierte Berechnungen durch eine ganze Reihe neu entwickelter Computermodelle.

Die Studie „Kosteneffiziente und klimagerechte Transformationsstrategien für das deutsche Energiesystem bis zum Jahr 2050“ prognostiziert, dass Windkraft- und Photovoltaikanlagen 2050 fast das Sechsfache der heutigen Strommenge produzieren. Zudem wird Wasserstoff mit einem Verbrauch von jährlich zwölf Mio. t zum bedeutenden Energieträger. Wärmepumpen werden zur wichtigsten Heizungstechnik, Biomasse und Biogas werden ein Viertel des deutschen Energiebedarfs decken. In allen Sektoren wird Strom eine zentrale Rolle spielen. Unterirdische Wasserstoffspeicher werden die Energieversorgung auch bei einer tagelangen Dunkelflaute sicherstellen, so die Wissenschaftler. 

Die Wissenschaftler mahnen bereits früh die Weichen zu stellen – auch, um nicht später in teurere Transformationspfade wechseln zu müssen. Für eine möglichst kostengünstige Energiewende sollten ab sofort bis 2035 vor allem neue Windkraft- und Photovoltaikanlagen gebaut und zugleich die Energieeffizienz in allen Verbrauchssektoren bis 2035 massiv gesteigert werden, empfehlen die Wissenschaftler. Bis 2050 sollten rasch und entschlossen alle noch auf fossilen Energieträgern basierenden Technologien in den Sektoren Industrie, Verkehr und Gebäude zu elektrifizieren oder auf den Einsatz von Bioenergie umgestellt werden. 

Nach den Berechnungen der Wissenschaftler betragen die Mehrkosten des Umbaus für das 80-Prozent-Ziel im Jahr 2050 etwa 1,1 Prozent des dann erwarteten Bruttoinlandsprodukts. Bei einer 95-Prozent-Reduktion liegt der Kostenanteil bei 2,8 Prozent. Zum Vergleich: Die Aufwendungen für Energieimporte betrugen 2018 etwa 1,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

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