Berliner ImpulsE

07.01.20 Nachricht Energiewirtschaft und Erneuerbare

Jahresauswertung 2019 von Agora Energiewende

Treibhausgasemissionen sinken dank Stromsektor auf Rekordtief

Laut Jahresauswertung 2019 von Agora Energiewende ist der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch auf fast 43 Prozent gestiegen. Die steigenden Treibhausgasemissionen in den Sektoren Gebäuden und Verkehr schmälern allerdings die Klimaschutzerfolge im Stromsektor.

Die Treibhausgasemissionen in Deutschland sind 2019 um mehr als 50 Mio. t gesunken und liegen damit etwa 35 Prozent unter dem Niveau von 1990. Grund dafür ist, dass Wind-, Wasserkraft, Solarstrom- und Biogasanlagen erstmals mehr Strom erzeugten als Kohle- und Kernkraftwerke zusammen. Hauptursache des Emissionsrückgangs im Stromsystem sind die gestiegenen Preise für CO₂-Zertifikate im EU-Emissionshandel. In Verbindung mit der gestiegenen Stromproduktion aus erneuerbaren Energien und einem gesunkenen Stromverbrauch führte das dazu, dass fossile Kraftwerke ihre Stromproduktion an vielen Stunden aufgrund fehlender Wettbewerbsfähigkeit deutlich reduzierten.

Im Gebäude- und Verkehrssystem nahmen die CO₂-Emissionen hingegen zu, da dort wurden mehr Erdgas, Heizöl, Benzin und Diesel verbraucht wurden als im Vorjahr. Im Verkehr führte vor allem der steigende Anteil schwerer Fahrzeuge mit großen Verbrennungsmotoren wie SUVs zu einem Anstieg der Emissionen.

Deutschlands Ziel, bis 2020 die Emissionen um 40 Prozent zu mindern, ist zwar wieder in greifbarer Nähe. Doch das kann sich wegen des eingebrochenen Ausbaus der Windenergie und fehlender weiterer Ambitionen in der Energie- und Klimapolitik insbesondere im Wärme- und Verkehrssektor wieder ändern, warnt Agora Energiewende.

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