Berliner ImpulsE

09.12.19 Nachricht Energiewirtschaft und Erneuerbare

Staatschefs beraten über Klimaschutz

UNO-Klimakonferenz tagt in Madrid

In Madrid läuft die 25. Weltklimakonferenz (COP25). Noch bis zum 13. Dezember beraten Vertreter von 197 Ländern unter anderem darüber, wie die Pariser Klimaschutzziele und damit eine Begrenzung der Erderwärmung auf bestenfalls auf 1,5 Grad erreicht werden können. Dafür sollen möglichst viele Staaten dazu bewegt werden, ihre nationalen Klimaschutzbeiträge im kommenden Jahr zu erhöhen.

Erneut stehen die sogenannten Marktmechanismen auf der Tagesordnung, die in Kattowitz vor einem Jahr noch nicht im Detail verabschiedet werden konnten. Dabei geht es um die Art und Weise, wie Staaten zusätzlich erreichte CO2-Minderungen untereinander übertragen und auf ihre nationalen Klimaziele anrechnen lassen können. Um dabei neue Schlupflöcher zu vermeiden, setzt sich Deutschland dafür ein, Doppelanrechnungen von Emissionsminderungen im Geber- und Nehmerland auszuschließen. 

In Madrid wird es außerdem darum gehen, wie den Ländern des Südens geholfen werden kann, die am meisten unter dem Klimawandel leiden. 

Die Konferenz dient außerdem dem weltweiten Austausch von Erfahrungen mit neuen Technologien, etwa für die Schaffung intelligenter Stromnetze, neuer Speichertechnologien und klimafreundlicher Kraftstoffe wie Power-to-X oder Neokerosin, die aus Sonnen- und Windstrom hergestellt werden können. 

Eine aktuelle Studie lässt Hoffnungen aufkommen: Den Autoren des internationalen Forschungsprojekts Global Carbon Project zufolge ist der globale Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2) 2019 langsamer angestiegen als in den Jahren zuvor. Die Initiative veröffentlicht regelmäßig Berichte zum Stand des Treibhausgasausstoßes. Sie sollen unter anderem politischen Entscheidungsträgern als Informationsbasis dienen.

Die erste Woche der Klimakonferenz war geprägt von eindringlichen Appellen für mehr Klimaschutz. UN-Generalsekretär Guterres zeichnete eine düstere Perspektive und drängte auf eine schnelle Änderung des Lebensstils, der zu der derzeitigen Krise geführt habe. Daneben präsentierten Zahlreiche Forscher neue Studien zum Klimawandel, unter ihnen auch Vertreter des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Eine aktuelle Arbeit des PIK wirft den Fokus auf sogenannte Kipp-Punkte, die wesentlich früher eintreten könnten als befürchtet und die den Klimawandel weiter beschleunigen könnten. So stehe zum Beispiel der Verlust tropischer Korallenriffe kurz bevor und das Abschmelzen Grönlands sei auch nicht mehr allzu weit entfernt. 

Inhaltlich wurde in der ersten Woche vor allem in technischen Fragen gearbeitet. Dazu hatten vor allem Fachleute der knapp 200 beteiligten Staaten verhandelt. Die vorbereitenden Gespräche seien weit gediehen und hätten das Feld für die politischen Themen der Ministerrunden geebnet, so ein Sprecher von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD).  Es gehe in der zweiten Woche nun darum, das Regelwerk zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens vollständig zu verabschieden und darum, noch mehr Länder dazu zu bewegen, im kommenden Jahr höhere Klimaschutzzugsagen abzugeben.

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