Berliner ImpulsE

16.10.19 Nachricht Bauen und Wohnen

Nach Gesetzentwurf

Unterschiedliche Reaktionen auf geplante steuerliche Förderung der Gebäudesanierung

Der vom Bundeskabinett verabschiedete Gesetzesentwurf zur Einführung einer steuerlichen Förderung energetischer Gebäudesanierungen hat unterschiedliche Reaktionen erzeugt. Für Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ist es ein zentrales Instrument sowohl für den Klimaschutz als auch für das Handwerk und Arbeitsplätze vor Ort.

Zustimmung kommt vom Zentralverband des Deutschen Handwerks e.V. (ZDH). Die steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierungen ist eine echte Alternative zu den bestehenden Kredit- und Zuschussprogrammen, so ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer. Gebäudeeigentümer hätten nun die größtmögliche Freiheit, das Förderinstrument zu wählen, das für sie am besten geeignet sei.

Auch der Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) begrüßt das Vorhaben. Es werde der großen Verantwortung gerecht, die Wohneigentümer beim Klimaschutz tragen, so BSB-Geschäftsführer Florian Becker. Neben der finanziellen Förderung müssen Verbraucher jedoch künftig besser über die Möglichkeiten der energetischen Sanierung informiert werden, fordert er.

Der GIH Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker – Bundesverband e.V. fürchtet hingegen, dass die Regelung den Energieberatern einen wirtschaftlichen Grundpfeiler entzieht. Zudem wird dem Pfusch am Bau Tür und Tor geöffnet, denn die steuerliche Anrechenbarkeit setzt keine Baubegleitung durch einen Energieberater voraus, kritisiert GIH-Bundesvorsitzender Jürgen Leppig. Er befürchtet, dass damit auch die Beratungspflicht bei der KfW-Einzelmaßnahmenförderung entfällt, die rund 90 Prozent der von der KfW geförderten Sanierungen ausmachen.

Weiterführende Informationen

‹ zurück