Berliner ImpulsE

16.12.19 Nachricht Energie- und Klimapolitik International

COP25 in Madrid

Weltklimakonferenz mit Minimalkompromiss beendet

Der Weltklimagipfel von Madrid (COP 25) ist weitgehend ergebnislos zu Ende gegangen. Stattdessen wurden die zentralen Entscheidungen auf den nächsten Gipfel in einem Jahr vertagt.

Brasilien, Australien und die USA (die in einem Jahr aus dem Pariser Klimavertrag aussteigen) sprachen sich strikt gegen ambitioniertere nationale Klimaschutzpläne aus. Das gemeinsames Abschlussdokument, auf das sich die Vertreter von knapp 200 Ländern in letzter Minute einigen konnten, mahnt die Staaten nun lediglich, diese bis zum nächsten Weltklimagipfel vorzulegen.

Kein Ergebnis wurde bei den sogenannten Marktmechanismus erzielt, dem neuen Regelwerk zum Handel mit Emissionszertifikaten. Damit sollten Staaten, die ihre CO2-Ziele aus eigener Kraft nicht ganz erreichen, Zertifikate erwerben können, die durch Klimaschutzprojekte in anderen Ländern geschaffen werden. Brasilien und Australien wollten hier Schlupflöcher einbauen und zum Beispiel Milliarden Altzertifikate im neuen Markt weiterverkaufen. Deutschland und viele andere Staaten wehrten sich gegen derlei Buchhaltungstricks.

Umweltschutzverbände üben erwartungsgemäß scharfe Kritik an den minimalen Ergebnissen der Weltklimakonferenz. Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser nennt die Klimaschutzkonferenz in Madrid einen Angriff auf das Herz des Pariser Abkommens. „Sie verrät all jene Menschen, die weltweit längst unter den Folgen der Klimakrise leiden und nach schnellen Fortschritten rufen.“

Der WWF Deutschland kommentiert: „Die Beschlüsse der UN-Klimakonferenz von Madrid sind so müde wie die Delegierten nach zwei durchverhandelten Nächten.“ Die Konferenz sei ein gruseliger Fehlstart in das für die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens so entscheidende Jahr 2020.

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