Berliner ImpulsE

Großangelegter Praxistest zum Heizbedarf in Mehrfamilienhäusern veröffentlicht

Die „Allianz für einen klimaneutralen Wohngebäudebestand“ hat die Ergebnisse ihres mehrjährigen Praxistests zur Energieeinsparung in Mehrfamilienhäusern veröffentlicht. Demnach könnte der Energieverbrauch um über ein Viertel sinken. Dazu hatte die Organisation über 700 Wohnungen in Deutschland untersucht.

Insbesondere wurde dabei die Wirkung von ausgewählten geringinvestiven und verhaltensorientierten Maßnahmen auf den Energieverbrauch untersucht und deren Wechselwirkungen betrachtet. Zu den technischen Maßnahmen zählen der hydraulische Abgleich und lokal programmierbare smarte Heizkörperthermostate, sogenannte „Smart Home“-Systeme zur Einzelraumtemperatursteuerung. Darüber hinaus wurden die Bewohner*innen regelmäßig mittels App oder Portalanwendung über ihren Wärmeverbrauch informiert. Zudem wurde die Regelung und Steuerung der Heizungsanlagen optimiert, um ein möglichst energieeffizientes Heiz- und Lüftungsverhalten zu unterstützen.

Im Ergebnis zeigte sich ein 26-prozentiges Einsparungspotenzial im Mittel der betrachteten Mehrfamilienhäuser. Grundlage dafür war jedoch ein homogenes Heizverhalten der Bewohner*innen, die bestimmungsgemäße Nutzung smarter Heizkörperthermostate, ein durchgeführter hydraulischer Abgleich sowie eine optimale Fahrweise der Heizungsanlage. Zu Letzterem gehört unter anderem, dass die Vorlauftemperatur des Wärmeerzeugers auf den Wärmebedarf angepasst und der sachgerechte Betrieb möglichst regelmäßig kontrolliert und gewährleistet wird. 

Der vorliegende Praxistest zählt zu den umfangreichsten, je in Deutschland durchgeführten Untersuchungen zum Energieverbrauch in Mehrfamilienhäusern. In den 700 Wohnungen lieferten über 5.700 Messstellen über 13 Mrd. Messwerte. Das Kooperationsprojekt wurde von der EBZ Business School in Bochum geleitet und von der TU Dresden unterstützt.