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PIK-Wissenschaftler sehen Politikmix als bestes Mittel zur Erreichung der Klimaziele

Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zeigen in einer neuen Studie, dass eine breite Kombination von Maßnahmen sich am besten eignen würde, um die Ziele der Klimastabilisierung sowie die meisten UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen.

Diese Maßnahmen reichen von der CO2-Bepreisung über die Regulierung des Schutzes von Wasser und Wald bis hin zu Lebensstiländerungen. Eine nur auf die CO2-Preise konzentrierte Politik wäre am billigsten, würde aber wahrscheinlich auf Kosten des Schutzes von Landflächen gehen, so die Wissenschaftler. Denn ein rascher Ausstieg aus der fossil befeuerten Stromerzeugung würde beispielsweise den Anbau von Pflanzen zur Erzeugung von Bioenergie fördern, wodurch wiederum Agrarflächen dann nicht mehr für die Nahrungsmittelproduktion oder für Ökosysteme zur Sicherung der Biodiversität genutzt werden können.

Insgesamt analysierten die Forscher mithilfe von Computersimulationen 16 politische Elemente und zwölf Indikatoren, die sich auf zehn der 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen beziehen. Doch selbst das Politikpaket, das bei den meisten der analysierten Nachhaltigkeitsindikatoren am besten abschneidet, verdeutlicht, dass eine breite Kombination von Nachhaltigkeitspolitiken kurzfristig mehr Geld kostet als die CO2-Bepreisung allein.

Doch obwohl ehrgeizigere Klimapolitik teurer ist und daher Geld braucht, das für andere Nachhaltigkeitsziele wie die Armutsbekämpfung dann zunächst fehlt, kann die Kombination der Klimapolitik mit anderen Politiken die Nachhaltigkeitslücke tatsächlich schließen, so das Fazit der Wissenschaftler. Dabei erweisen sich Lebensstiländerungen als einer der effizientesten Wege zur Ergänzung der CO2-Preisgestaltung, etwa der Verzicht auf Flugreisen und die Reduzierung des Fleischkonsums.