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Studie: Agora Energiewende empfiehlt grundsätzliche Reform der Netzentgelte

Die Initiative Agora Energiewende hat einen Bericht zur Reform der Netzentgelte in Deutschland vorgelegt. Darin schlagen die Autoren einen Grün- und Weißbuchprozess vor, um die Probleme der Netzentgelte zu analysieren, zu bearbeiten und schließlich zu lösen.

Jährlich entstehen den Stromverbrauchern in Deutschland für den Betrieb der Stromnetze Kosten in Milliardenhöhe: 2018 waren es rund 24 Mrd. Euro. Agora Energiewende schätzt, dass 2019 noch zwischen 1,5 bis 2 Mrd. Euro hinzukommen. Die Netzentgelte könnten bald den größten Posten auf der Stromrechnung ausmachen, unken die Wissenschaftler. Darüber hinaus kritisieren sie, dass die Politik jegliche Steuerungsmöglichkeit über das System der Netzentgelte verloren habe.

Um die Energiewende effizient zu meistern, bedürfe es weiterer Netze. Die Netzkosten und Netzentgelt-Struktur seien aber so intransparent, dass eine effiziente Regulierung von Netzausbau und Netzkosten de facto unmöglich sei. Zahlreiche Ausnahmen, uneinheitliche Regelungen und große Transparenzdefizite verhinderten derzeit zudem, dass ein durchdachtes Modell erarbeitet werden könne.