Berliner ImpulsE

15.05.15 Nachricht Energie- und Klimapolitik Berlin

Leistungsfähiges und lebenswertes Berlin der Zukunft

Berliner Konzept zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels

Parallel zum Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK) erarbeitet ein Konsortium unter Leitung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt ein Konzept zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels in Berlin (AFOK). Das Projekt geht der Frage nach, wie Berlin auch unter teils extrem ausgeprägten klimatischen Veränderungen eine leistungsfähige und lebenswerte Stadt bleiben kann.

Auf der Grundlage eines nach neuesten Erkenntnissen der Klimaforschung erstellten Ensembles von Klimamodellen für Berlin wird im Zeitraum zwischen Dezember 2014 und November 2015 unter Beteiligung einer breiten Fachöffentlichkeit eine umfassende, fachübergreifende und mit einem Katalog konkreter Maßnahmen ausgestattete Anpassungsstrategie entwickelt.

Unter dem Statement „Der Klimawandel ist im Gange, wir müssen uns anpassen; selbst dann, wenn der Klimaschutz erfolgreich vorangetrieben wird“, trafen sich am 23. April 2015 68 Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung zu einem ersten AFOK-Workshop. Sein Ziel war es, zu eruieren, wie anfällig die Infrastrukturen und Schutzgüter der Stadt gegenüber klimatischen Veränderungen aus dem spezifischen Blickwinkel der unterschiedlichen Fachdisziplinen sind.

Noch ist die Auswertung der Ergebnisse des Workshops nicht abgeschlossen. Einige Kernaussagen lassen sich jedoch wie folgt zusammenfassen:

  • Im Zuge der weiteren baulichen Nachverdichtung in Berlin sind Anpassungsmaßnahmen gefragt, die diese Verdichtung klimatisch verträglich machen (Entkoppelung).
  • Aus wirtschaftlicher Sicht wird die Notwendigkeit zur Prävention aufgrund der zu erwartenden langfristigen Veränderung von Schadensbildern betont, z. B. Schäden an PV-Anlagen durch extreme Niederschläge (Hagel), erhöhter Kühlbedarf in der Produktion im Bereich Industrie und Gewerbe durch Zunahme der Hitzetage.
  • Aus Sicht des Tourismus, sowie für Kultur und Freizeit  erwachsen aus dem Klimawandel eher Chancen. Dabei wird von einer Verlängerung der Saison und somit der Aufenthaltsdauer im öffentlichen Raum für Touristen und Einheimische ausgegangen.
  • Der Klimawandel kann zu empfindlichen Systemstörungen im Verkehr führen (z.B. Ampelausfall bei Blackout, Überlastung digitaler Steuerungselemente, Überflutung von U-Bahn-Stationen und Beschädigung von Verkehrswegen).
  • Auch ein im Durchschnitt wärmeres Berlin wird eine „Winterstadt“ bleiben; dabei muss die Stadt immer auch auf extreme Ausprägungen vorbereitet bleiben. Zusätzlicher Energiebedarf für sommerliche Kühlung könnte den Rückgang des Energiebedarfs für Heizzwecke im Winter sogar übersteigen.

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