Berliner ImpulsE

11.09.15 Nachricht Energie- und Klimapolitik Bund

Reaktion auf die Nachbesserungen beim KWKG

eaD sieht noch Anpassungsbedarf beim Referentenentwurf zum neuen KWK-Gesetz

Der Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) sieht beim Referentenentwurf für die Neufassung des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes (KWKG) noch Anpassungsbedarf. Der Verband hat sechs Empfehlungen formuliert, die insbesondere auf die Förderung der dezentralen KWK abzielen. Insgesamt begrüßt der eaD die geplante Novelle, weil die KWK im zukünftigen Strommarktdesign eine wichtige Rolle in Bezug auf die Integration der Erneuerbaren Energien spiele.

Positiv sei die geplante Verdopplung des Kostendeckels zur KWK-Förderung zu bewerten. Allerdings warnt der eaD davor, dass durch die Fokussierung auf Stromeinspeisung ins Netz vor allem kleine KWK-Anlagen (BHKW) im Rahmen der energetischen Quartierssanierung nur noch schwer  wirtschaftlich umsetzbar sein könnten. Mieterstrommodelle hätten dann kaum noch eine Zukunft, der Modernisierungsstau im Bestandsgebäudebereich bleibe bestehen und die Energiewende werde weiterhin auf eine „Stromwende“ verkürzt. 

Die zentralen Empfehlungen des eaD lauten daher:

  1. Beibehaltung des ursprünglichen 25 Prozent-Ziels beim Ausbau der KWK
  2. Beibehaltung der Förderlaufzeit bei eingespeistem KWK-Strom
  3. Beibehaltung des Zuschlags für eigengenutzten KWK-Strom
  4. Gleichstellung von Eigenstrom und Objektstrom
  5. Beseitigung rechtlicher Barrieren für Energiedienstleistungen
  6. Wirkungsvolle Anreize für strommarktgeführte KWK sicherstellen

Insgesamt, so der eaD, spare die KWK jährlich ca. 60 Millionen Tonnen CO2 ein. Sie sei in Kombination mit Wärmespeichern einfach zu flexibilisieren und aufgrund ihres hohen Nutzungsgrades von 90 Prozent hocheffizient. Der eaD stellt heraus, dass sich vor allem im hochverdichteten Gebäudebestand wie auch im Neubau die dezentrale KWK anbietet um hohe Einsparpotenziale für den Energieverbrauch und die CO2 Emissionen zu erreichen.

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