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27.11.15 Nachricht Energie- und Klimapolitik Bund

Kaum Nutzen in geplanter Digitalisierung der Stromwelt

Verbraucherzentrale kritisiert Strommarkt- und Digitalisierungsgesetze

Der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) sieht für Verbraucher kaum Nutzen in der geplanten Digitalisierung der Stromwelt. Bei Tarifen und Messgeräten müssen sie frei wählen können, fordert der vzbv. Größere Haushalte sollen bereits ab 2020 verpflichtend mit intelligenten Messsystemen ausgestattet werden. In Kombination mit einem variablen Stromtarif können sie dann von den Schwankungen des Großhandelspreises profitieren.

Aus Sicht des vzbv wird die Praxis allerdings anders aussehen. Eine aktuelle Studie des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste (WIK) im Auftrag des vzbv untersucht die Auswirkungen der geplanten Änderungen auf die Strompreise. Danach lohnt sich der Umstieg auf intelligente Messsysteme und variable Stromtarife für den Großteil der Verbraucher finanziell nicht. Da intelligente Messsysteme teuer sind und Verbrauchern die Kosten in Rechnung gestellt werden, zahlen die meisten sogar mehr als vorher. Nur für Haushalte, die über energieintensive Speicherheizungen verfügen, zahlt sich der Wechsel finanziell aus.

Laut einer repräsentativen Meinungsumfrage des Instituts forsa stehen zudem viele Verbraucher variablen Stromtarifen skeptisch gegenüber. Besonders wichtig wären 66 Prozent der Befragten, dass variable Tarife auch tatsächlich Kostenersparnisse mit sich bringen. 42 Prozent geben an, dass ihnen der Schutz ihrer Daten wichtig wäre. Sorgen bereiten Verbrauchern vor allem schwankende Preise, die dazu führen könnten, dass die Stromkosten nicht kalkulierbar sind.

Die Strommarkt- und Digitalisierungsgesetze sollen im Dezember 2015 in den Bundesrat, Ende Januar 2016 in den Bundestag.

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