Berliner ImpulsE

10.03.16 Nachricht Energie- und Klimapolitik Bund

Zwischenbericht zur Energiewende erschienen

IW warnt vorm Reißen der deutschen Energiewendeziele

In einem Zwischenbericht hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) der Energiewende in Deutschland ein durchwachsenes Zeugnis ausgestellt. Die Experten haben sieben Bereiche der Energiewende evaluiert und auf die Wahrscheinlichkeit hin untersucht, ob die damit verbundenen Ziele im vorgegebenen Zeitplan erreichbar sind. Nur eines der Ziele wird voraussichtlich erreicht.

Ausschließlich das Ziel, bis 2020 35 Prozent des Stroms über Erneuerbare Energien zu decken, wird erreicht werden können. Wahrscheinlich wird die Marke allerdings sogar übertroffen, was aus Sicht des IW ebenfalls kritisch zu sehen ist. Der Ausbau von Erneuerbaren Energien sei mit hohen Förderkosten verbunden, weswegen die Wirtschaftlichkeit der Energiewende mit nur 25 aus möglichen 100 Punkten zu bewerten sei.

Beim Ausbau der Netze, bei der Energieeffizienz und beim Klimaschutz sei Deutschland noch weit von den selbst gesteckten Zielen entfernt. Zudem moniert der IW eine Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie. Sie zahle im europäischen Vergleich inzwischen 4,6 Cent pro Kilowattstunde (kWh) Strom mehr (2014). Im Jahre 2000 habe der Nachteil noch 0,3 Cent pro kWh betragen.

Auch bei der Energieeffizienz hinke Deutschland den eigenen Zielen hinterher. Wenn der Stromverbrauch bis 2020 im Vergleich zu 2000 tatsächlich um vier Prozent sinken solle, hätte er rechnerisch nach dreiviertel der Zeit bis 2015 um drei Prozent sinken müssen. De facto habe der Verbrauch aber um drei Prozent zugenommen.

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