Berliner ImpulsE

15.09.16 Nachricht Energie- und Klimapolitik Berlin

Neue Klimaschutzvereinbarung in Berlin

Klimaschutzvereinbarung zwischen dem Land Berlin und Berliner Hochschulen

Am 15. September 2016 unterzeichnete der Senator für Stadtentwicklung und Umwelt Andreas Geisel Klimaschutzvereinbarungen mit den beiden großen Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Berlin, der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) sowie der Beuth Hochschule für Technik. Hintergrund für die Bemühungen des Senats, die Klimaschutzvereinbarungen auch auf Hochschulen auszuweiten, ist das Berliner Energiewendegesetz.

„Die Hochschulen sind wichtige Partner des Landes Berlin auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2050“ sagt Geisel anlässlich der Unterzeichnung auf dem HTW-Campus Wilhelminenhof. „Die Hochschulen sind in der Lage, neben konkreten CO2-Einsparungen auch einen weiteren wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten: die Ausbildung von zukünftigen Expertinnen und Experten, die sich nach Abschluss ihres Studiums in der Praxis mit klimaschutzrelevanten Themen beschäftigen. Hochschulen sind also in Sachen Klimaschutz-Know-how unser Bindeglied in die Zukunft.“

„Ich halte den Abschluss der Klimaschutzvereinbarung für ein hervorragendes Instrument, um die im Berliner Energiewendegesetz formulierten Ziele zu untermauern“, sagt HTW-Präsident Prof. Dr. Klaus Semlinger. Die praktische Umsetzung der Maßnahmen erhalte dadurch größeres Gewicht. Die HTW Berlin verpflichtet sich in der Klimaschutzvereinbarung, ihre CO2-Emissionen bis 2025 um weitere 20 Prozent zu reduzieren. Im Vergleich zu 2014 werden das 1.330 Tonnen CO2 pro Jahr weniger sein. Um dieses Ziel zu erreichen, stehen vor allem auf dem Campus Treskowallee der Hochschule in Karlshorst eine Reihe von baulich-technischen Maßnahmen auf der Agenda: der Austausch von Heizungsleitungen, die derzeit viel Wärme verlieren, die Sanierung des Heizungssystems in allen Gebäuden, der Wechsel von herkömmlichen Leuchtstoffröhren zu LED-Beleuchtung sowie der Einbau von intelligenten Reglern in Seminarräumen, die in der Lage sind, die Raumtemperatur passend zu den Lehrveranstaltungen zu steuern, ohne dass jemand Hand anlegen muss. Durch eine effizientere Gebäudebewirtschaftung war es der HTW Berlin in den letzten Jahren trotz steigender Studierendenzahlen und trotz eines Zuwachses an Flächen bereits gelungen, Energie in einer nennenswerten Größenordnung einzusparen, nämlich jährlich 1.234 Tonnen CO2. Weitere Einsparungen erwartet die Hochschule vom Aufbau eines Umweltmanagementsystems, mit dem sie Ende 2015 begonnen hat.

Der 1. Vizepräsident der Beuth Hochschule, Prof. Dr. Hans Gerber, begrüßt die Vereinbarung. „Für die „Stadt der Zukunft“ und die Energiewende leisten wir mit einem 16-Punkte-Plan einen deutlichen Beitrag. Technische Entwicklungen mit denen Lebensstandards nachhaltig verbessert werden können, stehen in vielen Forschungsprojekten der Beuth Hochschule im Vordergrund: u.a. Ressourcenschonung, Nachhaltigkeit und regenerative Energien. Der Klimaschutz zieht sich durch unsere mehr als 70 technikorientierten Studiengänge, dem Kompetenzzentrum Stadt der Zukunft und unseren Liegenschaften.“ Bei Neubau- und Sanierungsvorhaben strebt die Hochschule eine Übererfüllung der gesetzlichen Vorgaben an - sowohl hinsichtlich des energetischen Standards als auch bei der Quote erneuerbarer Energien zur Wärmeversorgung: beim Campus-Neubau (mit 11.800 Quadratmetern) oder bei der anstehenden Umnutzung des Terminal A auf dem Flughafen Tegel. Dort wird (nach Stilllegung) eine Fläche von 46.600 Quadratmetern für die Beuth Hochschule entstehen. Beide Projekte werden von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt unterstützt. Seit 2002 wurden in einem Energiecontracting-Vertrag der Energieverbrauch und der CO2 -Ausstoß an der Beuth Hochschule in den ersten Jahren bereits um 22,7 Prozent gesenkt. Jetzt folgen bis 2025 mit der Klimavereinbarung weitere 10 Prozent. Auf dem Campus wird zudem eine IT-gestützte Erfassung des Energieverbrauchs realisiert, um eine automatische Erfassung der Verbräuche – auch einzelner Gebäude – zu ermöglichen.

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