Berliner ImpulsE

07.02.17 Nachricht Energie- und Klimapolitik Bund

Investitionen im Sanierungsmarkt ziehen nicht an

Sanierungsrate verharrt bei einem Prozent: dena-Gebäudereport zieht ernüchternde Bilanz

Die Deutsche Energieagentur (dena) hat seinen aktuellen Gebäudereport vorstellt. Der Bericht zeigt auf, dass die Sanierungsrate im deutschen Gebäudebestand weiterhin bei rund einem Prozent verharrt und nicht wie von der Bundesregierung geplant auf etwa zwei Prozent ansteigt. Aufgrund dieser Erkenntnis regt die dena weitere Maßnahmen zur Steigerung der Investitionstätigkeiten im Sanierungsmarkt an, vor allem eine Ausweitung der Förderung sowie die entsprechende Verbesserung der Konditionen.

Die Zahlen, die die dena für ihren Gebäudereport erhebt, belegen die schwache Dynamik im Sanierungsmarkt. Zwar wuchsen die Märkte für energieeffiziente Heizungen zwischen 2012 und 2015 um rund zehn Prozent und für Fenster um etwa  vier Prozent. In der gleichen Zeit sank der Absatz von Dämmstoffen allerdings um elf Prozent. Diese gegensätzlich laufenden Entwicklungen ließen laut dena nicht darauf schließen, dass sich die Sanierungsrate wie gewünscht entwickelte.

Die gleiche Interpretation lässt laut dena die Fortschreibung der Entwicklung des Wärmebedarfs zu. Das Zwischenziel der Bundesregierung, den Wärmebedarf der Gebäude bis 2020 um 20 Prozent zu senken, werde nach derzeitigem Stand um zwei Jahre verfehlt. Gemäß Gebäudereport konnte der Wärmebedarf klimabereinigt von 2008 bis 2015 um 9,7 Prozent reduziert werden und auch der nicht-klimabereinigte Wert liegt bei nur 11,1 Prozent.

Um Investitionen in energetische Sanierungen zu steigern, bedürfe es nach Ansicht der dena besserer Anreize. Die bisherigen Maßnahmen für mehr energetische Sanierungen griffen zu kurz. Das zentrale Instrument dafür sei die Förderung, eine Ausweitung entsprechender Instrumente sowie eine Verbesserung der Konditionen seien notwendig.

Die Wirksamkeit von Sanierungen belegen die Zahlen sanierter Altbauten von vor 1979. Die vor Inkrafttreten der Wärmeschutzverordnung erbauten Gebäude seien für zwei Drittel des Wärmeverbrauchs des Wohngebäudebestandes verantwortlich. Vollständig sanierte Altbauten schnitten energetisch aber nicht wesentlich schlechter ab als Neubauten.

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