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01.09.17 Nachricht Forschung & Innovationen

Studie des PIK veröffentlicht

PIK analysiert Folgen des Klimawandels für den Elektrizitätsbedarf in Europa

Welche Veränderungen der Klimawandel für den Elektrizitätsbedarf in Europa mit sich bringen wird, untersucht eine kürzlich im US-Fachjournal „Proceedings of the National Academy of Science“ (PNAS) veröffentlichte Studie. Demnach werden die steigenden Temperaturen zu einer räumlichen und zeitlichen Verlagerung des Elektrizitätsbedarfs führen und Europas Energieversorgungsnetze vor erhebliche Herausforderungen stellen.

Das Wissenschaftlerteam aus Deutschland und den USA kommt in der Studie, die auf stündlichen Beobachtungsdaten zur Elektrizität aus 35 europäischen Staaten basiert, zu dem Ergebnis, dass sich die Tagesspitzenlast in Südeuropa erhöhen und der Gesamtbedarf von Norden nach Süden verschieben wird. Darüber hinaus werde die jährliche Spitzenlast in einem Großteil der Länder im Sommer statt im Winter auftreten.

Eine Ursache dafür ist der aufgrund der steigenden Außentemperaturen stärkere Einsatz von Klimaanlagen, wie Max Auffhammer von der Universität von Kalifornien, Berkeley, erklärt: „Der wichtigste verfügbare Mechanismus zur Anpassung an hohe Außentemperaturen sind gekühlte Innenräume, was in den meisten Fällen viel Elektrizität erfordert. Dieser gestiegene Bedarf an Klimaanlagen wird zusätzlichen Druck auf die Elektrizitätsnetze ausüben, wenn es draußen heiß ist und Stromerzeugungs- und Übertragungsinfrastrukturen ohnehin belastet sind“, so Auffhammer.

Obwohl der Klimawandel unterm Strich nicht zu deutlich mehr und nicht weniger Elektrizitätsbedarf führen werde, stelle die räumliche und zeitliche Verschiebung eine fundamentale Herausforderung für Europas Energieversorgungsnetze dar, wie Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) erläutert: „Das wird sich spürbar auf die Übertragungsinfrastruktur, den Ausbau von Spitzenkapazitäten und die Anforderungen an Speicher auswirken“. Um die vermeidbaren Folgen des Klimawandels einzugrenzen, müsse das Pariser Klimaabkommen, also die Begrenzung des Temperaturanstiegs auf deutlich unter 2°C, eingehalten werden.

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