Berliner ImpulsE

17.08.17 Nachricht Bauen und Wohnen

EnEV 2016

Vorzieheffekte haben negative Auswirkungen auf Baugenehmigungen 2017

Das Statistische Bundesamt (destatis) hat Zahlen zu den erteilten Baugenehmigungen aus der ersten Jahreshälfte 2017 veröffentlicht. Demnach sei ein Rückgang von 7,3 Prozent im Vergleich zur ersten Hälfte des Vorjahres festgestellt worden. Nach Interpretation aus der Wohnungswirtschaft ist diese Entwicklung vor allem auf Vorzieheffekte zurückzuführen. Etliche Anträge seien, bedingt durch die bevorstehende Verschärfung der Regelungen auf die EnEV 2016, verstärkt Ende 2015 eingegangen.

So seien von Januar bis Juni 2017 rund 169.500 Baugenehmigungen von Wohnungen erteilt worden. 2016 waren dies noch knapp 183.000 und damit rund 22 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2015. Die Halbjahreszahlen für Baugenehmigungen von Neubauwohnungen in Wohngebäuden verhielten sich vergleichbar (2016: +20 Prozent, 2017: -4,9 Prozent). Der BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen  erkennt für diese Entwicklung drei Hauptursachen und fordert daher Impulse für die Verbesserung politischer Rahmenbedingungen, um einen nachhaltigen Anstieg der Baugenehmigungs- und Baufertigstellungszahlen zu bewirken:

  • Viele Bauanträge wurden vorgezogen und bereits Ende 2015 gestellt, um noch die alten Regelungen der EnEV 2015 nutzen zu können, die am 1. Januar 2016 durch die Verschärfungen der EnEV 2016 ersetzt wurden.
  • Ein großes Plus an Bauanträgen wurde im Wohnungssegment von Wohnheimen verzeichnet und geht laut BFW auf die gestiegenen Zahlen des großen Flüchtlingszuzugs zurück. Diese Wohnungen stünden dem freien Markt allerdings auf Jahre nicht zur Verfügung.
  • Baulandmangel, administrative Hürden sowie bauordnungsrechtliche Kostentreiber seien der dritte wichtige Grund für die Eintrübung der Baugenehmigungszahlen. Nach Ansicht von 60 Prozent der BFW-Mitgliedsunternehmen hätten sich die derzeitigen politischen Rahmenbedingungen für den Neubau im vergangenen Jahr verschlechtert.

Für eine grundlegende Änderung der zu beobachtenden Situation müsse nach Überzeugung des BFW ein Maßnahmenbündel umgesetzt werden. Unter anderem müsse das Genehmigungsverfahren vereinfacht und einheitliche Kriterien erstellt werden, um Grundstücke nach Konzeptqualität und weniger nach Höchstpreisen zu vergeben.

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