Berliner ImpulsE

01.09.17 Nachricht Energie- und Klimapolitik Berlin

Senatsumweltverwaltung

Umsetzung einer klimaverträglichen Biomasseverwertung

In den letzten Jahren wurde von der Senatsumweltverwaltung eine Konzeption zur hochwertigen Verwertung von Biomasse wie Laub und Mähgut entwickelt. Zur Umsetzung dieser Konzeption sollen nun im Rahmen eines bewilligten BENE-Förderungsprogrammes mehrere Verbrennungsversuche von aufbereiteter Biomasse in entsprechenden Heizkraftwerken durchgeführt werden. Ziel ist es, eine hochwertige Verwertung solcher regenerativer Biomasse in Berlin dauerhaft zu etablieren, um relevante Minderungen an schädlichen Klimagasen zu erreichen.

Ist-Situation

Aus umweltpolitischer Sicht besteht ein besonders hohes Interesse des Landes Berlins an einer hochwertigen Biomasseverwertung, die einen wichtigen Beitrag zu den Klimaschutzzielen des Landes Berlin leisten kann. Die derzeit anfallenden Mengen an Laub und Grünschnitt von rd. 130.000 Mg/a sollen anstelle der bisherigen Kompostierung (mit hohen Emissionen an schädlichen Klimagasen wie Methan und Lachgas) künftig unter Energiegewinnung verwertet werden. Eine geeignete energienutzende Verwertung dieser Abfälle kann durch Ersatz fossiler Brennstoffe mit rd. 52.000 Mg CO₂-Äq. pro Jahr einen deutlichen Klimaentlastungsbeitrag im Bereich der Abfallwirtschaft liefern.

Ziel des Projektes ist es, über die geweckte Marktnachfrage von Verwertern und Aufbereitern den erforderliche Aufbereitungsbedarf sowie die technische Machbarkeit der hochwertigen Verwertung zu ermitteln. Ein weiteres maßgebliches Resultat sind belastbare Angaben zu den Kosten einer optimierten Verwertung. In Kenntnis dieser Sachverhalte wird es dann möglich sein, die anfallenden Biomasseströme einer nachhaltigen Nutzung zuzuführen.

Umsetzung

Für die energetische Verwertung kommen vorrangig in Betracht:

  • Direkte Nutzung in freien Kapazitäten z.B. des MHKW Ruhleben oder den Abfall-Aufbereitungsanlagen in Berlin, die die Grünabfälle integriert als Ersatzbrennstoff für Kohle bereitstellen können.
  • (Mit-)Verbrennung eines aus Grünabfällen aufbereiteten Brennstoffs in (Kohle)Heizkraftwerken oder industriellen Feuerungsanlagen. Ein aufbereiteter Brennstoff ist für die verfahrenstechnische Einbindung von deutlichem Vorteil, vielfach zwingend.

Für die Verwertung in den unterschiedlichen Anlagen werden verschiedene Brennstoffqualitäten benötigt, für die demnach auch unterschiedliche Aufbereitungsverfahren zur Anwendung kommen können.

Die Bereitschaft der Energieversorger in Berlin und ihre Anforderungen an Menge und Qualität der Biobrennstoffe werden recherchiert. Aus diesen Angaben und ergänzenden Untersuchungen wird abgeleitet, welche Aufbereitungsschritte erforderlich sind, um die Grünabfälle in die geforderte Brennstoff-Beschaffenheit zu überführen.

Den Voruntersuchungen folgen Großversuche in den beteiligten thermischen Anlagen, um das Verbrennungs- und Emissionsverhalten der Biobrennstoffe genauer beurteilen zu können. Umfang und Art der Großversuche werden abgestimmt und die Bereitstellung der entsprechenden Brennstoffmengen veranlasst.

Die Ergebnisse der Verbrennungsversuche werden ausgewertet und als Informationsgrundlage des nachfolgenden Interessenbekundungsverfahrens eingesetzt. In diesen Austausch fließen Informationen über die Aufbereitungsverfahren, deren technische Möglichkeiten sowie deren Kosten ebenso ein wie logistische Aspekte wie Transport und ggf. eine Zwischenlagerung.

Die Einbindung des Interessenbekundungsverfahrens in die vorausgehenden Recherchearbeiten ist in der Abbildung zusammenfassend dargestellt.

Das Projekt erzielt damit in enger Kooperation mit den Marktakteuren grundlegende Erkenntnisse über die technischen und logistischen Möglichkeiten einer klimaentlastenden Verwertung von Grünabfällen der Stadt und dient als Grundlage für den aktiven Ausbau dieser Verwertungswege, um damit das Umweltentlastungspotenzial der Grünabfälle letztlich vollständig auszuschöpfen.

Weiterführende Informationen

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