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24.08.17 Nachricht Forschung & Innovationen

Positionspapier veröffentlicht

Öko-Institut analysiert Klimavorteil der Elektromobilität

Elektromobilität weist bereits heutzutage eine vorteilhaftere Klimabilanz als konventionelle Fahrzeuge auf, obwohl der Strommix aktuell lediglich zu rund 30 Prozent aus erneuerbaren und noch zu etwa 70 Prozent aus fossilen Energieträgern sowie der Kernenergie besteht. Zu diesem Ergebnis kommt das Öko-Institut e.V. in seiner Studie „Wissenschaftliches Analyse- und Dialogvorhaben zur Sicherstellung des Klimavorteils von Elektromobilität“, in der es die Wechselwirkungen zwischen Strom- und Verkehrssektor bei einer Markteinführung elektrischer Fahrzeuge untersucht.

Dieser Vorteil werde künftig weiter ansteigen, wenn deutlich mehr Elektro- statt Benzin- und Dieselfahrzeuge auf den Straßen fahren und sich der Anteil an erneuerbarer Energie an der Stromerzeugung vergrößert. So stehen nach den Modellanalysen des Öko-Instituts im Jahr 2030 jeder Tonne CO₂, die für die Nutzung eines Elektrofahrzeugs erzeugt werden muss, zwei im Verkehr eingesparte Tonnen CO₂ gegenüber.

Ein kürzlich vom Öko-Institut veröffentlichtes Positionspapier leitet aus den Ergebnissen der Studie Handlungsempfehlungen zur Gestaltung des Beitrags der Elektromobilität zum Klimaschutz ab. Darin empfehlen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Bundesregierung, die Ausschreibungsmengen für den Ausbau der erneuerbaren Energien an den Strombedarf der Elektromobilität im Rahmen des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) frühzeitig anzupassen. „Wenn durch die Elektromobilität künftig der Strombedarf wächst, müssen die benötigten Mengen für den Ausbau der Erneuerbaren insgesamt nach oben gesetzt werden. Nur so kann die Elektromobilität einen stärkeren Beitrag zum Klimaschutz leisten als heute“, so der Wissenschaftler Peter Kasten.

Darüber hinaus spricht sich das Öko-Institut dafür aus, dass Akteure mit Bezug zur Elektromobilität – wie die Automobilwirtschaft, Energieversorger und Fahrzeugnutzer – außerhalb des EEG-Finanzierungsrahmens aktiv werden. Dieser freiwillige Ausbau von erneuerbaren Energien für die Elektromobilität trage zu einer schnelleren Erreichung der Ziele des EEG bei. Außerdem bestünde die Möglichkeit, diese zusätzlichen Maßnahmen nicht auf die nationalen Ziele zum Ausbau der erneuerbaren Energien anzurechnen, womit das Kontingent an erneuerbaren Energien im Gesamtsystem ansteigen würde und die genannten Akteure einen höheren Beitrag zum Klimaschutz leisten könnten.

Weiterhin regen die Wissenschaftler eine stärkere finanzielle Belastung der fossilen Kraftstoffe an, um verschiedene Elemente der Elektromobilität fördern zu können.

Die vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit  (BMUB) in Auftrag gegebene Studie untersuchte die Wechselwirkungen zwischen Elektromobilität und Stromerzeugung zwischen 2014 und 2017. Die daraus abgeleiteten Handlungsbedarfe und -empfehlungen zur Sicherstellung des Klimavorteils der Elektromobilität wurden mit Stakeholdern aus der Automobil- und Energiewirtschaft sowie der Zivilgesellschaft diskutiert.

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