Berliner ImpulsE

20.11.18 Nachricht Bauen und Wohnen

Mietwohnungsneubau

Immobilienwirtschaft: Sonder-AfA und Mieterstrom

Beim geplanten Gesetz zur steuerlichen Förderung des Mietwohnungsneubaus sieht die Immobilienwirtschaft Verbesserungspotenziale. Hinsichtlich der steuerlichen Bewertung von Mieterstromprojekten fordern die Verbände zudem, dass die von den Regierungsparteien diskutierten Steuerbefreiung für Wohnungsgenossenschaften und -vereine für alle Immobilienunternehmen gelten sollen.

Die vorgesehene Sonder-Afa hält der Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA) zwar für ein wichtiges Zeichen für die Branche, eine Wohnraumoffensive sei mit ihr aber nur schwer zu erreichen. Zudem ist der Anwendungszeitraum vom 31. August 2018 bis zum 1. Januar 2022 für die Bauunternehmen zu knapp bemessen. Der ZIA hält darüber hinaus eine Erweiterung des Gesetzentwurfes um die Baubeginnanzeige für sinnvoll.

Der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland befürchtet, dass durch die steuerliche Förderung Wohnungen vor allem dort entstehen, wo sie nicht gebraucht werden, da nur der Bau neuer Mietwohngebäude gefördert werden soll, bei denen die Baukosten nicht höher als 3.000 Euro pro Quadratmeter liegen. In Ballungszentren, wo besonders dringend Wohnungen gebraucht werden, liegen die Baukosten regelmäßig höher. Haus & Grund setzt sich zudem für eine Erhöhung der linearen Abschreibung von derzeit zwei auf mindestens drei oder sogar vier Prozent ein. 

Der ZIA übt auch Kritik am Änderungsantrag der Regierungskoalition zur Änderung der Steuerbefreiung für Wohnungsgenossenschaften und -vereine beim Betrieb von Mieterstromanlagen. Eine solche steuerliche Privilegierung von Mieterstrom müsse neben Genossenschaften auch für andere Immobilienunternehmen und hierbei für alle Nutzungsklassen gelten. Mieterstrom anzubieten, muss insbesondere hinsichtlich der erweiterten gewerbesteuerlichen Kürzung unschädlich sein, so der ZIA.

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