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01.07.19 Nachricht Forschung & Innovationen

US-Studie beschwört drastische Maßnahmen

Klima könnte sich ohne Gegensteuern um drei Grad erwärmen

US-Forscher um Steven Davis von der University of California in Irvine gehen davon aus, dass sich der Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur nur mit drastischen Maßnahmen auf 1,5 Grad beschränken lässt.

Dazu gehört, dass keinerlei neue CO2-emittierenden Anlagen wie Kohlekraftwerke mehr in Betrieb genommen werden. Bestehende Anlagen müssten in ihrer Laufzeit oder ihrer Auslastung deutlich beschränkt werden.

Nach Befunden der Weltwetterorganisation (WMO) waren die Jahre 2015 bis 2018 die vier wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen im 19. Jahrhundert. Die 20 wärmsten lagen in den vergangenen 22 Jahren. Werde nicht gegengesteuert, ist die Erde zum Ende dieses Jahrhunderts um gut drei Grad wärmer – wobei schon eine Erwärmung um 1,5 Grad dramatische Auswirkungen hat.

Wenn alle weltweit bestehenden Anlagen unter anderem aus dem Kraftwerks- und Industriesektor mit ihrer vorgesehenen Laufzeit weiter betrieben werden, würden rund 658 Gt CO2 freigesetzt, wie die Forscher ermittelt haben. Inklusive geplanter oder in Bau befindlicher Kraftwerke und Industrieanlagen kommen sie sogar auf rund 846 Gt.

Laut Weltklimarat (IPCC) dürfen jedoch nur noch rund 420 Gt CO2 emittiert werden, um die 1,5-Grad-Grenze mit einer Wahrscheinlichkeit von 66 Prozent nicht zu übersteigen. Eine globale Erwärmung von 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit werde wahrscheinlich zwischen 2030 und 2052 erreicht.

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