Berliner ImpulsE

03.01.20 Nachricht Energie- und Klimapolitik Berlin

Eine Million Tonnen CO₂-Ersparnis in 2017

Berlin: Sinkende CO₂-Emissionen trotz Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum

Energiesenatorin Ramona Pop: „Berlin kommt beim Klimaschutz voran. Die vom Senat ergriffenen Maßnahmen für eine urbane Energiewende wirken. Trotz starkem Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum konnte Berlin knapp eine Million Tonnen CO₂ einsparen. Zu knapp einem Drittel hat dazu der im Mai 2017 vollzogene Braunkohleausstieg beigetragen. Aber auch steigende Energieeffizienz und -produktivität der Wirtschaft und bewusstere Verbraucherinnen und Verbraucher sind Gründe für die positive Jahresbilanz.

Darauf können die Berlinerinnen und Berliner auch stolz sein. Zur Erreichung der Klimaziele bleiben aber weitere ehrgeizige Schritte notwendig. Dazu gehören der schrittweise Ausstieg aus der Steinkohle und der Ausbau der Erneuerbaren Energien. Insbesondere der Verkehrsbereich emittiert immer noch mehr CO₂ statt einzusparen. Hier ist auch die Automobilindustrie weiterhin in der Pflicht.“

Die frisch vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg vorgelegte Berliner Energie- und CO₂-Bilanz für das Jahr 2017 zeigt im Vergleich zu 2016 bei konstantem Endenergieverbrauch (EEV) um 4,7 % gesunkene CO₂-Emissionen (Verursacherbilanz). Das entspricht einer Reduktion von knapp einer Million Tonnen CO₂. Gegenüber dem Basisjahr 1990 hat Berlin eine CO₂-Minderung um 34,6 Prozent erreicht. Bei Betrachtung der Quellenbilanz beträgt die Reduktion 37,7 Prozent.

Prozentual fallen die Veränderungen der CO₂-Emissionen unter anderem aufgrund der nun teilweise abgebildeten, erfolgten Umstellung des Kraftwerks Klingenberg von Braunkohle auf Gas im Mai bei den Energieträgern Strom (-6,2 Prozent) und Fernwärme (-16,3 Prozent) am höchsten aus. Beide Energieträger verantworten rund die Hälfe der CO₂-Emissionen der Stadt. In den Verbrauchssektoren reduzieren sich die CO₂-Emissionen im Wesentlichen durch Einsparungen in den Bereichen und Private Haushalte, Gewerbe, Dienstleistungen (-7,1 Prozent) und verarbeitendes Gewerbe (-6,5 Prozent). Im Verkehr stiegen die Emissionen jedoch leicht (+1,7 Prozent). Der pro Kopf CO₂-Ausstoß ist auch im Vergleich zu den Stadtstaaten mit Abstand der niedrigste.

Beim Endenergieverbrauch hat sich der Einsatz von Strom (-1,8 Prozent) und Gas (-2,2 Prozent) reduziert, der Einsatz von Erneuerbaren Energien jedoch erhöht (+3,2 Prozent). Der Anteil der Strom- und Wärmeerzeugung in der Kraft-Wärme-Kopplung hat sich gegenüber 2016 nur leicht verändert (+1,9 Prozent bzw. -0,8 Prozent). Der Stromverbrauch sank insb. beim Verarbeitenden Gewerbe (-3,7 Prozent) und den Haushalten (-3,5 Prozent).

Insgesamt ist festzustellen, dass sich der positive Bevölkerungsanstieg (+1,1 Prozent bzw. rund 30.000 Einwohner) und die gute Gesamtwirtschaftsentwicklung Berlins (+4,9 Prozent) gegenüber 2016 in sinkenden CO₂-Emissionen bei stagnierendem Endenergieverbrauch widerspiegeln.

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