Berliner ImpulsE

NAPE: Umsetzungsstand und Perspektiven

Neben der Einteilung der Maßnahmen des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz in Maßnahmen für Verbraucher, Unternehmen und Kommunen kategorisiert der NAPE die Maßnahmen in die vier Handlungsfelder

  • Energieeffizienz in Gebäuden
  • Energiesparen als Rendite- und Geschäftsmodell
  • Eigenverantwortlichkeit für Energieeffizienz und
  • Verkehr

die teilweise bereits als Sofortmaßnahmen Umsetzung gefunden haben oder als weiterführende Prozesse zukünftig angegangen werden sollen.


Umgesetzte Sofortmaßnahmen im Gebäudesektor

  • So wurde bereits die Förderung von Energieberatungen für Wohngebäude aufgestockt, für die „Vor-Ort-Beratung" gelten seit dem 1. März 2015 höhere Konditionen. Statt mit maximal 50 Prozent bezuschusst das Programm seither Energieberatungen mit bis zu 60 Prozent der förderfähigen Beratungskosten; maximal 800 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und maximal 1.100 Euro bei Wohnhäusern mit mindestens drei Wohneinheiten.
    Zudem hat der Beratungskunde neuerdings eine Wahlmöglichkeit hinsichtlich des Inhalts des Beratungsberichts und kann sich entscheiden zwischen einem Sanierungskonzept für eine Komplettsanierung zum KfW-Effizienzhaus oder einem Sanierungsfahrplan mit aufeinander abgestimmten Einzelmaßnahmen.

  • Anfang des Jahres 2015 wurde die im NAPE festgelegte „Stabilisierung und Aufstockung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms umgesetzt. Im KfW-Programm "Energieeffizient Sanieren" wurde die Konditionen bei Sanierungen auf alle KfW-Effizienzhaus-Standardstufen um fünf Prozent erhöht. Zudem existiert seither ein verbindlicher Anspruch auf Zuschüsse für Baubegleitung (50 Prozent der Kosten, max. 4.000. Euro pro Bauvorhaben).

  • Der Versuch der Bundesregierung, energetische Gebäudesanierungen steuerlich zu fördern konnte bislang noch nicht zu einem positiven Ergebnis geführt werden. Für den Fall, dass alle weiteren Anstrengungen in diese Richtung erfolglos verlaufen sollten, kündigte das BMWi mit dem Marktanreizprogramm für Energieeffizienz für den Sommer bereits ein alternatives Förderinstrument an.


Geplante Maßnahmen

  • Das BMWi will den bereits bestehenden Heizungscheck für veraltete, ineffiziente Heizungen weiterentwickeln und plant die Neuauflage für 2016. Darüber hinaus soll eine Effizienzkennzeichnung für alte Heizungsanlagen eingeführt werden, das Hauseigentümern dringend benötigte Informationen zum Zustand ihrer Anlagen liefern soll. Das Heizungslabel soll verbindlich aber kostenfrei für die Eigentümer sukzessive ab 2016 durch den Schornsteinfeger verteilt werden.

Um die Eigenverantwortlichkeit bei Verbrauchern zu stärken, plant die Bundesregierung Maßnahmen zum besseren Verständnis von Energieverbräuchen.

  • Energieeffizienz in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) erhöhen

  • Zur besseren und auch zukünftigen sinnvollen Nutzung des Energielabels soll die EU-Energieeffizienzkennzeichnung von Elektrogeräten überarbeitet werden. Derzeit erreichen Geräte bereits die Kategorie A+++ – eine Fortführung dieser Kennzeichnung ist nicht mehr sinnvoll darstellbar. Denkbar ist die Verwendung strengerer Regeln, sodass aktuelle Geräte die besten Kategorien noch nicht erreichen und somit das Energielabel länger nutzbar bleibt.

Weitere Maßnahmen zielen verstärkt auf Unternehmen und Kommunen ab und können auf den Themenseiten des Bundeswirtschaftsministeriums nachgelesen werden.